Medienbiografie: Kurier und AZ – Schwarz gegen Rot

Cover der Kurier Online-Ausgabe vom Sonntag. 3. 4. 2011

Cover der Kurier Online-Ausgabe vom Sonntag. 3. 4. 2011

In unserem – doch eher bürgerlichen und liberalen – Elternhaus wurde auf unabhängige Information besonderer Wert gelegt und deshalb auch der Kurier gelesen. Die abonnierte Tageszeitung durfte natürlich nur vom „pater familias“ „entjungfert“ werden. Nachdem dieser das „lex primas nocte“ genutzt hatte, durften auch wir Untergebenen einzelne „Bücher“ des Kurier lesen, die an uns huldvoll weitergegeben wurden.

Verletzungen des Vorrechtes des Hausherrn wurden nicht geduldet und noch heute nehme ich an, dass mein Bruder nur deshalb vorzeitig aus dem Elternhaus auszog, um als erster die Tageszeitung zu lesen. Leider, leider zog er zur Großmama, die dieselbe Regel hatte – Pech gehabt.

 

 

Die AZ im bürgerlichen Umfeld!

AZ Adieu. Cover der letzten Arbeiter-Zeitung vom 31. 10. 1991

AZ Adieu. Cover der letzten Arbeiter-Zeitung vom 31. 10. 1991

Nach der Matura arbeitete Andy Kaltenbrunner, ein Schulkollege und sehr guter Freund von mir, in der Redaktion der AZ, der Arbeiter-Zeitung. Vor allem die Samstag-Beilage, das „Thema“, für das auch mein Freund oft verantwortlich zeichnete, war besonders interessant und sammelte ich über Jahre.

Am 31. Oktober 1991 mußte das Traditionsblatt, das in den letzten Jahren zwar noch ein modernes, linksliberales Image gewinnen und hunderttausende Leser halten konnte, schließlich doch im 115. Jahr sein Erscheinen einstellen.

Der beste Leseort

Toiletten Hinweisschild

Toiletten Hinweisschild

Heute habe ich Kurier und Österreich abonniert und finde, dass diese beiden Zeitungen in den Klopausen zu Hause wirklich adäquat oberflogen werden können. Der Kurier findet dann doch auch oft in mein Bett, wo einzelne Artikel – und vor allem die „Seitenblicke“-Glosse von Karl Hohenlohe – etwas mehr Aufmerksamkeit von mir erhalten.

Tja, jetzt lese ich noch heute die Tageszeitung, die meine Eltern in meiner Kindheit abonniert hatten … und der linksliberale Lesestoff kommt nicht mehr täglich ins Haus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

neun + fünfzehn =