14. 11. 2015

CMS – Contentmanagementsysteme

Contentmanagementsysteme, kurz CMS, begleiten mich seit der Jahrtausendwende. Davor wurden Webseiten „händisch“ in einem einfachen Editor oder einem Webdesign-Programm wie Adobe Dreamweaver erstellt. Content und Design sind aber bei diesen statischen Webseiten (.html-Pages) meist doch stark verzahnt. Außerdem wird die Verwaltung von vielen Webseiten schwierig und aufwendig: Und der Inhaber ist dann doch meist bei jeder Änderung von einem Webdesigner abhängig.

Bei Contentmanagementsystemen sind der Inhalt (insbesondere der Text) und das Design klar voneinander getrennt. Die Texte werden über ein Admin-Webformular in einer Datenbank gespeichert, die Designs (Templates, Themes, Stylesheets) global auf alle Texte bei Änderungen sofort angewandt. Es müssen da keine statischen Webseiten heruntergeladen, geändert und hinaufgeladen werden: Einfach online das Stylesheet wechseln und schon erstrahlen alle Inhalte im neuen Glanz.

Ich unterstütze Sie gerne bei der Einführung folgender Systeme

  • WordPress für Websites mit Blogfunktionalität
  • Contao für klassische Websites
  • SharePoint für Intranets

Open Source bei den Contentmanagementsystemen (CMS)

Da die professionellen Webdesigner schon sehr früh, Ende der 90er Jahre, auf CMS umstiegen, wurden hier eine Reihe von Systemen durch (freiwillige) internationale Zusammenarbeit programmiert. Für die Website einer Initiative der UBIT (Unternehmens- und IT-Berater) in der Wirtschaftskammer evaluierte ich damals solche Gratis-Systeme: Denn wir hatten gute Ideen aber wenig Budget. So entdeckte ich 1999 Midgard, das vor allem von Skandinaviern und Deutschen programmiert wurde und PHP-basierend war. Mit Midgard wurde als erstes die Website der Electronic-Business Experts gestaltet, später eine Reihe weiterer Homepages eingerichtet. Electronic-Business.at und das Twinconference Center wurden für den Staatspreis Multimedia und eBusiness nominiert, einsiedler.at gewann den eBusiness Award der Wirtschaftskammer Wien in der Kategorie Contentmanagementsysteme, kinderarzt.at räumte eine Reihe von Preisen ab: vom Gesundheitspreis der Stadt Wien, über den at-award bis zu einer Constantinus Nominierung im Bereich Open-Source.

Ca. sieben Webdesignfirmen arbeiteten Anfang der 2000er Jahre in Österreich mit Midgard und beteiligten sich in der Community. Aber die Entwicklung von Midgard konzentrierte sich nicht auf den Kern sondern es wurden mehrere konkurrierende Admin-Oberflächen entwickelt. So wurde es immer unklarer, wie es mit Midgard weitergehen würde und wieder war es an der Zeit andere CMS zu evaluieren. Einzige Voraussetzung: Das neue System sollte auch den LAMP-Stack (Linux, Apache, MySQL und PHP) unterstützen.

Typo 3: Der neue Heilsbringer

2002 entdeckte ich nun TYPO3, http://www.typo3.org, dessen Geistiger Vater und damaliger Chefprogrammierer der Däne Kasper Skårhøj war. 2003 war ich bei der Gründung der TUGA, der TYPO3 Usergroup Austria, dabei. Unsere Websites wurden systematisch von Midgard auf TYPO3 umgestellt, neue Projekte gleich damit begonnen. Unter anderem betraf das den Allgemeinen Schwimmverband Wien, ASV-Wien, den Österreichischen Mediatorenverband, OEBM, die Electronic-Business.at Website usw. Diese Umstellungen wurden vor allem zwischen 2003 und 2006 vorgenommen und wir waren von TYPO3 begeistert – auch wenn die Bedienung und Programmierung viel komplizierter als mit Midgard waren.

Blogsysteme und Wikis

Schon ab dem ersten Webprojekt 1995 für die IAEA lieferte mein Team nicht nur ein schönes Design sondern achtete darauf, dass die Websites vom Start weg mit aktuellen Inhalten gefüllt waren. Und diese Inhalte auch mehrmals pro Jahr ergänzt wurden: Bei einer kleinen Firma waren das vielleicht nur viertel- oder ein halbjähriges Update, bei großen Organisationen mehrere „Artikel“ pro Monat. Für die Verwaltung dieser News sind aber Blog-Systeme ideal, auf die ich schon sehr früh setzte. Zu Beginn waren das Lösungen, die heute niemand mehr kennt, aber recht früh interessierte ich mich für WordPress (bzw. bereits für dessen Vorgänger b2/cafelog) und richtete mehrere Homepages im privaten Umfeld damit ein.

In einem Blogsystem hat jeder Artikel ein Veröffentlichungsdatum, zu dem er hoffentlich gut recherchiert und wahr ist. Aber so wie der Zeitschriftenartikel, der zwei Jahre alt ist, so sind halt auch Blogartikel früher oder später „veraltet“ und sie bilden ein Wissensarchiv.

Wenn man Informationen mit mehreren Autoren aktuell halten will, dann bieten sich Wikis an. Das erste professionelle Wiki richteten wir für die preisgekrönte Ärzte-Website ein und waren begeistert. MediaWiki, die Software hinter Wikipedia, ersparte uns beim Contentmanagement dieser recht langen Fachartikel, die untereinander sehr stark verlinkt waren, bis zu 50 % unserer Arbeitszeit: Bei einem ansprechenderen und fehlerfreieren Ergebnis (Merke: Fehler gibt es immer; Im Web könnten sie nur schneller verbessert werden).

Intranets, CMS und Collaboration mit SharePoint

Seit 2009 wandte ich mich stärker Zusammenarbeitsplattformen und Intranets zu. Damals war ich bereits bei Microsoft-Partnern auf die Weblösung Microsoft Dynamics CRM gestoßen, die aber keine vernünftige Ablage für Dateien anbot udn Dateien – wie Outlook – nur als Attachements behandelte. Microsoft SharePoint ist aber nicht nur ein CMS sondern auch ein DMS, Dokumenten-Management-System, und konnte mit CRM gekoppelt werden.

SharePoint bietet weniger Wiki-Funktionen als jedes andere professionelle Wiki-System, weniger Blog-Funktionen als jedes andere professionelle Blog-System, weniger DMS-Funktionen als jedes andere DMS-System, ein schwächeres Foren-System als jedes andere Community-System, weniger Features als jedes andere Projektmanagementsystem – aber in Summe übertrifft es durch seine besondere Integration jedes andere integrierte System doch wieder.

So durfte ich mich an der Konzeption, Einrichtung und Weiterentwicklung von Intranets bei der Leobersdorfer Maschinenfabrik (LMF), der Ottakringer Getränke AG, einem Pharmabetrieb, der Ideal AKE Kältetechnik und Edelstahltechnik, der Mayr-Melnhof Karton AG, usw. auf SharePoint-Basis beteiligen.

Websites heute 2016: WordPress & Contao

  • Bei Intranets favourisiere ich auch heute SharePoint und Office365, die sich toll weiterentwickelt haben. SharePoint hatte in den letzten Jahren auch immer damit geworben auch für öffentlich zugängliche Websites geeignet zu sein. In Office 365 wurde zuerst auch ein Webseiten-Baukasten angeboten, der dann bei SharePoint 2013 endlich auch SharePoint unterstütze. Allerdings wurde dieser Support in Office 365 gerade abgekündigt: Öffentlich Websites, in die man sich nicht einloggen muß, wird es in Zukunft auf SharePoint Basis nicht mehr geben.
  • TYPO3 macht gerade eine ähnliche Entwicklung durch wie Midgard Anfang der 2000er Tage. Die TYPO3 Entwicklung teilt sich derzeit in die Zweige TYPO3 CMS und TYPO3 Neos, die von Oliver Hader (CMS) respektive Robert Lemke (Neos) geleitet werden.
  • Contao ist ein tolles Contentmanagementsystem, das auch Grafikdesigner lieben: Aber es bietet keine akzeptable Blogfunktionalität. Blogs werden dort simuliert … Der Aufbau einer Website ist zwar einfacher als in TYPO3, aber immer noch den Spezialisten vorbehalten, spielt aber dann alle Stückeln…
  • WordPress hat sich enorm weiterentwickelt und bietet nicht nur Blogfunktionalität sondern ist auch für den klassichen Webauftritt gerüstet. Ich arbeite einfach gerne damit, was man auch daran sieht, dass Sie gerade auf meinen WordPress-System diesen Beitrag lesen.